13 Reasons Why

English version below

Jay Asher versucht in seinem Debütroman, das Leben der jungen Hannah Baker Revue passieren zu lassen. Denn Hannah hat Selbstmord begangen. Hannah hat 13 Gründe, warum sie sich ihr Leben genommen hat. Genauer gesagt waren es 13 Personen, denen sie die Schuld gibt. Diesen 13 Personen bekommen nacheinander eine Box mit 13 Kassetten, jede Kassette ist einer Person gewidmet. Hannah erwartet, dass jede Person die Kassetten anhört und sie dann der nächsten Person weiterschickt.

ThirteenReasonsWhyDas Buch war wirklich gut geschrieben und die Geschwindigkeit der Erzählung ist genau richtig, um einen Spannungsbogen aufzubauen. Erzählt wird Hannahs verquerer Abschiedsbrief aus der Perspektive von Clay, der gar keine Ahnung hat, warum er diese Kassetten bekommen hat. Nach und nach erfährt der Leser durch Clay, was alles mit Hannah geschah, dass sie keinen Ausweg mehr sah.

Die Personen auf den Kassetten, sind größtenteils Menschen, die Hannah schlecht behandelt haben und ihr Unrecht getan haben. Wie fast jeder Teenager erlebt sie erniedrigende Momente in ihrer Schulzeit. Und genau das ist auch das größte Problem des Buches. Es sind Dinge, die fast jedem Schüler auf der High School passieren. Die Schule ist nicht immer ein netter Ort und andere Mitschüler können grausam sein. Hannahs Emotionen gingen aber einfach nicht tief genug um Selbstmord als letzten Ausweg zu sehen. Das Buch soll gegen Bullying sprechen, was meiner Meinung auch wirklich gut gelingt, doch die Gründe, warum sich Hannah umbringt, waren für mich einfach nicht plausibel genug.

Es fehlt die tiefe Verzweiflung in Hannahs Stimme. Sie wirkt mehr als ein wütender Teenager, der nicht genug Aufmerksamkeit bekommt und dessen Freunde gemein zu ihm waren. Versteht mich nicht falsch, was Hannah passiert ist grausam, es ist schmerzhaft, aber wenn die Schule endet wird diese Schmerz langsam vergehen. Mit ihren Kassetten bringt sie jedem der 13 Personen, die die Kassetten anhören, schmerzhafte Erfahrungen. Vor allem Clay, der Hannah nichts Gemeines angetan hat, leidet unter ihren Geständnissen und dieses Leiden hat er wirklich nicht verdient.

Das Buch ist einfach nicht realistisch genug, was ich mir aber genau bei einem so ernsthaften Thema wie Selbstmord erwartet hätte. Die Tatsache, dass keiner die Anzeichen erkannt hatte, für Hannahs Selbstmord ist einfach unglaubwürdig. Vor allem da sie genau dieses Thema in der Schule durchmachen. Dass also Niemand in Hannahs Umfeld bemerkt haben sollte, dass sie langsam abrutschte in dunkle Gedanken, kann ich einfach nicht glauben. Und die Dinge die sie auf den Tapes erzählt, manches davon ist strafbar. Dass also keiner der Teens, die die Kassetten bekommen, diese an jemand anderen weiterleitet ist ebenso kaum zu glauben.

Alles in allem was 13 Reasons why in Ordnung. Die Hauptperson, Hannah war mir leider absolute unsympathisch. Sie zeigt außerdem keine andere Emotion außer Frustration und Wut. Ich habe mir einfach ein Buch erwartet, dass tiefer geht, 13 Reasons why, kratzt leider nur an der Oberfläche, bei einem Thema das man viel genauer betrachten sollte. Das Buch soll übrigens verfilmt werden, mit Selena Gomez in als Hannah.

Hannahs Taps kann man hier hören.

So Hannah Baker killed herself and is sending everyone who she thinks is responsible for her suicide evil tap messages. I just don’t get why Hannah killed herself. Some shitty things happen to her but that’s high school a being a teenager. It’s not easy. Don’t get me wrong, I do not mean that these are not thing to get upset about. But I just did not feel as if Hannah was really depressed. She was more like an angry girl that realized not everything goes like she wants it to. Maybe that’s too harsh but Hannah was annoying.  High School ends and you can start over. The things that happened to her did not seem like reasons for suicide. I did like the idea of the book. Letting a dead character recall her story was chilling and also the audio files on the webpage of this book were a great addition. But I just could not understand Hannah and her actions. What did you think? Did you like the book?

 

Readable ♥♥♥

Loveable ♥♥


This is Falling

English version below

This is Falling von Ginger Scott ist ein New Adult Buch, das alles hat, was das Frauenherz begehrt. Es ist kitschig, dramatisch, traurig und gleichzeitig unglaublich Süß. Endlich haben wir eine passable Alternative zu Nicholas Sparks und Cecelia Ahern gefunden, denn Ginger Scott weiß zwar auch, wie sie unseren Tränendrüsen auf die Sprünge helfen kann, trotzdem rinnt uns bei This is Falling nicht gleich sämtlicher Schmalz entgegen.

this-is-falling-by-ginger-scottRowe ist 18 und beginnt wie so viele andere junge Leute, gerade das College. Sie ist nun weg von dem sicheren Kokon, der ihr zu Hause war und auf sich selbst gestellt. Doch anders als ihre Mitschüler, hat sie viel tiefer gehende Wunden und Ängste. Für Rowe ist das College eine Feuerprobe, die sie bestehen muss, um endlich wieder leben zu können. Da stellt sich die Frage, ob der hübsche, gut aussehende und muskulöse Erstsemester Nate, dem sie bereits am ersten Tag im College in die Arme läuft, ihr bei dieser großen Herausforderung hilft oder hindert?

Ich liebe Bücher die vor der Kulisse eines amerikanischen Colleges spielen. Warum kann ich gar nicht genau sagen, vielleicht habe ich zu viele Filme und Serien gesehen, die das US-Collegeleben thematisieren und romantisieren. Alleine deshalb habe ich mich schon mal auf das Buch gefreut. Und egal wie schnulzig diese Liebesgeschichte auch wird, ich wollte es trotzdem lesen. Ja es war kitschig, aber wisst ihr was? Manchmal ist ein bisschen Kitsch genau das Richtige. Die Charaktere in dem Buch waren leider bloß Klischees die nicht viel mit der echten Welt zu tun haben, trotzdem fand ich sie ganz in Ordnung. Scott zeigt in diesem Buch die Probleme und Unsicherheiten des Erwachsen Werdens und der Liebe auf eine dramatische Art und Weiße. Es handelt sich dabei jedoch um eine etwas unrealistische und kitschige Geschichte, die ich dann doch irgendwie ganz süß fand.

Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich dieses Buch so sehr mögen werde. An sich habe ich mit Liebesgeschichten nur wenig am Hut, zumindest in Buchform. Doch ich wollte schon länger mal ein paar Bücher aus dem New Adult Genre lesen, da es doch manchmal öde ist, immer wieder die Probleme und Gedanken von 16 Jährigen zu hören. Und dann finde ich mich inmitten einer Romanze wieder, die mich mehr mitnimmt als so manch andere Liebesgeschichte in Büchern zuvor. Vielleicht war ich gerade in Stimmung für etwas seichtes. An sich war das Buch ganz nett aber nichts besonderes. Es wird mir wohl nur in Erinnerung bleiben weil es mein erstes New Adult Buch war.

It was a bit hard for me to review this book. I read it when I studied for my final exam in grad school so I was very stressed out and needed something light and easy to read. I found it in this book and it was perfect to distract myself from my exam. But was this book good? I think it was okay. It was very corny and the characters were highly generic. Also the ending is just so cheesy I could not take it. But after all I found myself liking the story. It was also my the first New Adult book that I ever read so maybe I was just happy that I did not have to deal with whiney teenager anymore. It was a quick read and the pacing was really fast. If you are searching for an easy love story set in college with a lot of teen angst and growing up, maybe give this book a chance. It was not bad and I kind of even had a lot of feelings while reading it.

 

Readable ♥♥♥♥

Loveable ♥♥♥


Love, Rosie

English Version below.

Love-Rosie-new-poster (1)Rosie und Alex sind seit sie klein waren beste Freunde. Doch ein blinder kann sehen, dass die beiden mehr als bloß Freundschaft verbindet. Leider macht ihnen das Leben immer wieder einen Strich durch die Rechnung. So sehr es die beiden auch versuchen, sie verpassen sich einfach immer wieder. Den Stoff für diese romantische Komödie mit Lily Collins und Sam Clafin in den Hauptrollen, liefert Cecelia Ahern. Ahern ist ja Irlands Antwort auf Nicholas Sparks. Sie bringt Bücher am laufenden Band raus, die alle dasselbe Thema haben, Liebe. Love, Rosie (dt. Titel Für Immer vielleicht) ist ihr zweiter Roman. Wie schon ihr Debütroman, P.S.: Ich liebe dich, trieft auch Love, Rosie nur so von Schmalz. Was den Film ausmacht ist aber sein Witz und Charme. Der deutsche Regisseur Christian Ditter schafft es, den schmalzigen Figuren realistische Züge zu geben und überrascht mit viel Witz.

618XXgS7OvL._SL1066_Rosie ist eine liebenswerte Person, mit der sich bestimmt viele Frauen identifizieren können. Alex hingegen verkörpert eher eine Aneinanderreihung von Klischees, was dem Film aber nichts abtut, da es ohnehin um Rosie geht. Sam Clafin steht deshalb auch in Lily Collins Schatten. Seine Figur soll nun mal gut aussehen und Collins zum strahlen bringen. Und genau das macht sie auch. Sie strahlt in diesem Film, denn man sieht sie erstmals richtig schauspielern. Collins ist zwar keine Jennifer Lawrence, aber dennoch am besten Weg, eine lange Karriere in Hollywood anzustreben.

Ja Love, Rosie ist schnulzig und lässt einige Klischees leider nicht aus. Aber es ist ein bei weitem realistischerer Film, als so manche romcom. Der Film beschreibt reale Situationen aus dem Leben echter Menschen, zumindest meistens. Erwartet hatte ich mir von einer Ahern Verfilmung nicht viel. An das Buch konnte ich mich auch kaum noch erinnern, ist es doch 10 Jahre her, dass ich es gelesen hatte. Doch dann war ich im Kino wirklich positiv überrascht Lily Collins macht ihre Sache sehr gut und der Film hat mich kalt erwischt. Den muss ich unbedingt auch auf Blu-Ray haben, eindeutig ein Streifen zum immer wieder sehen, mit viel Witz und Gefühl.

Love, Rosie was a great way to adapt a really cheesy book into a charming and funny Film. Collins gets the opportunity to show us, that she is more than just a pretty face, her acting is great and she has amazing chemistry with her co-star Sam Clafin. I loved this movie; it was amusing and had realistic characters with flaws that sometimes make bad decisions. But that is life and Love, Rosie shows real life problems with a little bit of glamour and not too much corniness.

 

 

Watchable ♥♥♥♥

Loveable ♥♥♥♥


White Bird in a Blizzard Book & Movie Review

Mit White Bird in a Blizzard beschert uns Laura Kasischke einen poetisch geschriebenen Thriller, der leise beginnt und sich schließlich zu einem fulminanten Finale hinarbeitet. Verfilmt wurde der Roman von Gregg Araki. Der Film startete am diesjährigen Sundance Film Festival.

46369a9bf9c21eb7534ca9a73b68a420Shailene Woodley spielt Kat Connor, deren Mutter, dargestellt von Eva Green, von einen Tag auf den anderen verschwindet. Eve Connor, war morgens noch da, doch als Kat von der Schule nachhause kommt, ist sie nirgendwo zu finden. Mitgenommen hat Eve nichts, ihre Kleider sind alle noch da, und sogar ihr Auto steht in der Einfahrt. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass Eve mit ihrer Affäre abgehauen ist. Denn ihre Ehe mit Kats Vater war lieblos und voller Hass ihrerseits. So beschreibt White Bird in a Blizzard die Jahre nach dem Verschwinden von Eve im Hause Connor. Kat vermisst sie nicht besonders, träumt jedoch immer wieder von ihrer Mutter, umhüllt von Schnee und Eis.

Kasischkes White Bird in a Blizzard war eine ganz besondere Leseerfahrung. Nie zuvor hatte ich etwas Ähnliches gelesen. An der Oberfläche wirkt es wie ein ganz gewöhnlicher Thriller um das Verschwinden einer Frau. Dabei geht dieses Buch viel Tiefer. Es erkundet die Psyche eines Mädchens, die ohne ihre Mutter erwachsen wird. Von mütterlicher Zuneigung war bei Eve nie viel zu spüren, sie war oft eifersüchtig auf ihre junge, hübsche Tochter. Für Kat ist das Verschwinden ihrer Mutter Fluch und Segen zugleich. Sie ist endlich die giftige Art ihrer Mutter los, muss aber damit klar kommen, dass sich ihr Leben grundlegend geändert hat. Und noch dazu kämpft sie mit der Pubertät und dem Erwachsenwerden. Sehr eindrucksvoll und sprachlich wundervoll schildert Kasischke die Reiße eines Mädchen, die sich durch die Welt der Teenager manövriert.

trailer-for-white-bird-in-a-blizzard-poster-shailene-woodleyDie Filmadaption von White Bird in a Blizzard besitzt leider nicht die poetische Kraft des Buches. Dennoch ist es ein solider Coming-of-Age Film, in Form eines Thrillers. Erstaunlicherweise ist Eva Green durchgehend angezogen in diesem Film. Sie hat zwar weniger Screentime als Shailene Woodley, dennoch, ein Film mit Green in dem sie sich niemals auszieht ist ungewohnt. War ich früher nie ein Fan von Green, hat sie mich in diesem Film dann doch überzeugt, dass sie schauspielern kann. Vielleicht lenkt die viele Nacktheit einfach ab von ihrem Talent. Woodley hingegen ist in diesem Film recht oft fast vollständig nackt. Auch eine nackte Shailene Woodley ist ungewohnt, sieht man sie doch meist eher zugeknöpft. Natürlich schadet das dem Film keineswegs. Woodley gibt den gequälten Teenager glaubhaft, ihre Natürlichkeit ist mal wieder sehr erfrischend. Arakis Filmversion von White Bird in a Blizzard ist ein guter Versuch, an Bücher heranzugehen. Er inszeniert die Geschichte in bunten ausdrucksstarken Bildern. Leider wirkt der Plot etwas flach, da dem Film, gegenüber dem Buch einfach dieser sehr zarte und poetische Schreibstil fehlt.

 

Readable ♥♥♥♥♥♥

Loveable ♥♥♥♥


Shades of Grey: The Road to High Saffron

Nein ich habe mich hierbei nicht im Buch geirrt, Shades of Grey hat mit dem überbewerteten Romanen von E. L. James nichts gemeinsam, außer die Ähnlichkeit im Titel. Jasper Fforde veröffentlichte seinen ersten Teil der Shades of Grey Buchreihe außerdem 2 Jahre vor James ersten „Werk“.

shadesBei Ffordes Shades of Grey handelt es sich um einen dystopian Roman, in der die gesellschaftliche Stellung danach gereiht wird, welche Farben ein Mensch sehen kann. Die am höchsten angesehene Farbe ist Violett, am Ende des gesellschaftlichen Spektrums stehen jene, die die Welt bloß in Grauschattierungen wahrnehmen. In der Welt von Chromatacia, folgen wir dem Protagonisten Eddie Russett, der immer rot sieh, und zwar viel mehr als die meisten anderen „Reds“. Eddies Vater, der eine Art Arzt ist, wird in einen Randbezirk von Chromatacia versetzt, und somit findet sich auch Eddie in East Carmine wieder, wo er sich in die „Graue“ Jane verliebt. Doch Eddie sollte eigentlich jemanden heiraten, der seiner Familie Ruhm und Ansehen bringt. Außerdem wird Eddie in eine gefährliche Expedition nach High Saffron geschickt, von wo bis jetzt noch nie jemand zurück kam.

Für mich war es mein erstes Jasper Fforde Buch, der Schreibstil des Briten ist genial, aber gewöhnungsbedürftig. Dieses erste Buch in der Reihe von Shades of Grey, ist größtenteils bloß World Building. Dafür lernen Leser eine unglaublich einfallsreiche und fantastische Welt der Farben kennen, die sehr viele Geheimnisse verbirgt. Erklärt wird dem Leser dabei nichts, man bekommt nach und nach mehr Informationen über die Welt, in die man da eingetaucht ist, und langsam kann man die Puzzelteile zusammensetzten um zu wissen, was gerade vorgeht. All diese Informationen, die anfangs so unwichtig erscheinen, sind gegen Ende des Buches umso essenzieller, um die Handlung zu verstehen. Shades of Grey ist ein ganz besonderes Buch, das Pacing ist zwar mehr als lahm und die eigentlich Handlung beginnt erst auf den letzten paar Kapiteln, aber wenn Jasper Fforde eines kann, dann ist es World Building.

Leider ist bis jetzt kein Veröffentlichungstermin für das nächste Buch in der Reihe, Painting by Numbers bekannt, bis ich dieses Buch in meinen Händen halten kann, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Wer also lieber Buchreihen liest, die abgeschlossen sind, seid gewarnt, Shades of Grey endet mit einem heftigen Cliffhanger. Und die nächsten Bücher sind noch nicht mal in Sichtweite. Trotzdem wird dieses Buch eines der Lesehighlights dieses Jahres. Ein Buch, das ich niemals mehr missen möchte.

 

 Booktrailer

 

Readable ♥♥♥♥♥

Loveable ♥♥♥♥♥


Mockingjay Reread

Mockingjay Part 1 kommt im November endlich in unsere Kinos. Als ich den Trailer das erste Mal sah, musste ich leider feststellen, dass ich mich nur mehr dunkel an das letzte Hunger Games Buch erinnern kann, dass ich 2011 gelesen habe. Ich wusste nicht mehr, wen Natalie Dormer spielt und konnte mich kaum mehr an Details erinnern. Somit beschloss ich, Mockingjay nochmal zu lesen.

The-Hunger-Games-2013-Mockingjay-part-1-Adventure-drama-movieIm Gegensatz zum ersten Mal, las ich das Buch gelesen habe, fand ich das Pacing nun nicht mehr so langsam, es war eigentlich ganz normal, nicht schnell aber auch nicht lahm, zumindest in der erste Hälfte des Buches. Katniss ist wirklich sehr oft ohnmächtig oder im Krankenhaus, nach einer Zeit sind diese Szenen ermüdend. Vor allem die Actionszenen gegen Ende des Buches fand ich etwas zu hastig beschrieben, man bekommt kein wirkliches Gefühl für die Umgebung. 2011 mochte ich das letzte Buch weniger als die ersten beiden. Jetzt ist mir aber klar, dass dieses Buch so sein muss, wie es eben ist. Es ist traurig, grausam und düsterer als die ersten zwei Bücher. Viele Akteure werden sterben. Doch man darf nicht vergessen, dass die Zeit in der Arena vorbei ist, es ist Krieg in den Distrikten und jeder ist betroffen.

 

!!! ACHTUNG SPOILER !!!

Ich habe dieses Mal viel mehr geweint als damals, als ich es das erste Mal gelesen habe. Mir ist jetzt auch klar, warum ich das Buch 2011 nicht so gern mochte. Es ist ein wirklich heftiges Buch über Krieg und so anders als die ersten zwei Bücher, man erwartet etwas ganz anderes als man von Suzanne Collins bekommt. Peetas Rettung und das erste Treffen zwischen ihm und Katniss war so grausam, ich könnte jetzt noch weinen. Cinna ist tot und Katniss ist so gebrochen in ihrem Wesen, dass sie kaum noch funktionieren kann. Sie ist eine ganz andere Katniss als in den vorigen zwei Büchern, und gerade diese Tatsache ist wohl für schwer zu akzeptieren. Sie ist bloß noch eine Figur, die für Distrikt 13 genutzt wird.

-f4a00c77-80f7-46bd-925b-94ddfdfb9cf8Finnicks Tot war kam viel zu schnell und war kaum emotional, diese Szene wurde zu sehr gehetzt. Ich war übrigens der festen Überzeugung, dass Gale und Plutrach sterben, da hab ich mich wohl getäuscht. Gale wurde aber zumindest immer unsympathischer in diesem Buch, vielleicht hoffte ich, dass er stirbt, da er ja für den Tod von Prim verantwortlich war. Prim, der Teil in dem sie stirbt war so unglaublich traurig, aber gleichzeitig auch verwirrend, da Katniss danach mal wieder aus einer Art Trance aufwacht. Da hätte ich mir einfach mehr erhofft und weitere Szenen rund um die Übernahme des Capitols. Am traurigsten fand ich jedoch die Stelle, in der Effie zurück ist und Katniss wiedermal sagt, sie solle sich anziehen. Effie war totgeglaubt und nun ist sie wieder da. In all der Stille zwischen ihr und Katniss wird klar, wie verletzt die beiden seien müssen. Vor allem Katniss, das sie nach dem Tod von Prim ihren Lebenswillen verliert und das ist so herzreizeisend zu lesen. Wenigstens endet Katniss mit Peeta, die zwei gehören einfach zusammen.

Was aber an Mockingjay wirklich großartig ist, und mir beim ersten Mal lesen gar nicht so klar war, die Tatsache wie realistisch und frei von Klischees dieses Buch ist. Es zeigt uns, das Kantniss Everdeen bloß eine Spielfiguren zwischen dem Capitol und Distrikt 13 ist, von beiden wird sie für ihre Zwecke genutzt. Außerdem ist Mockingjay eines der wenigen Bücher, die auf brutal ehrliche weiße zeigt, dass ein Krieg niemals gut ausgeht, es gibt immer Opfer, auf beiden Seiten. Keine der beiden Seiten ist die „gute“ Seite. Vor allem Katniss bekommt das am eigenen Leib zu spüren. Dass Collins, aus einer YA Buchverfilmung ein politisches Kriegsdrama macht ist wirklich beachtlich. Collins hätte, wie so viele Autoren, zu einem klassischen Happy End greifen können, doch genau das tut sie nicht. Sie hat den Mut, zu zeigen, dass nach einem Krieg niewieder etwas wie vorher sein kann. Kein Stein bleibt auf den anderen. So geht es natürlich auch Katniss, die von all den Gräueltaten schwer gebeutelt ist und diese nicht mehr abschütteln kann. Mockingjay ist zwar brutal ehrlich, mit einigen kleinen Schwächen, aber dennoch ein gelungener Abschluss für eine großartige YA Buchreihe.

Jetzt bin ich natürlich noch neugieriger auf den kommenden Film. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Part 1 aufhören wird, wenn Peeta in Distrikt 13 ankommt und Katniss erwürgen will. Ich denke genau da wird der erste Film mit einem massiven Cliffhanger aufhören. Die Propos, die bereits zu sehen sind, waren wirklich gut gemacht, die Entscheidung, nicht mit einem klassischen Teaser zu beginnen, sondern mit Propos, war wirklich gut gewählt. Ich bin so gespannt, wie die Filmemacher, das so grausame Gefühl des letzten Buches auf die Leinwand bekommen, ich kann es kaum erwarten.

 

Was sagt ihr, mochtet ihr Mockingjay? An welche Stelle glaubt ihr, dass die Filme geteilt werden? Und auf welche Szene oder Person freut ihr euch besonders?

 

Propo # 1

 

Propo # 2

 

Teaser Trailer

 

Trailer

 

Readable ♥♥♥♥♥

Loveable ♥♥♥♥


If I Stay – Book Review

IF-I-STAY-pb-front-cover-onlyIn If I Stay, von Gayle Forman, kämpft Mia um Leben und Tod. Sie ist mit ihrer Familie in einen Autounfall geraten, der ihre Eltern und ihren kleinen Bruder tötete. Mai selbst hat überlebt, liegt jedoch m Koma und ist nicht gerade stabil. Sie muss sich entscheiden, für ein Leben voll Schmerz und Verlust oder den Tod.

All das geschieht bereits am Anfang des Buches. Nach und nach lernen wir in Rückblenden mehr über Mia. Sie liebt klassische Musik, spielt das Cello und wurde sogar an einer renommierten Musikhochschule aufgenommen. Ihr Freund Adam vergöttert sie und ist ebenso Musiker. Auch ihre Eltern waren Musiker, Musik spielt eine große Rolle in diesem sehr kurzen Roman. Mia überlegt in also, ob eine Welt ohne Familie lebenswert für sie ist. Ihre weiteren Verwandten, ihre beste Freundin und ihr Freund Adam besuchen sie währenddessen in der Intensivstation und zeigen ihr, dass sie trotz des enormen Verlustes nicht allein ist. Diese Szenen sind auch die gefühlvollsten und stärksten im Buch. Wobei ich auch die Erinnerungen an ihre Eltern sehr rührend finde.

If I Stay hat leider zwei große Schwachpunkte. Zum einen ist das die Geschwindigkeit der Geschichte. Es wird viel zu langsam erzählt, manchmal verirrt sich die Story außerdem in Details. Die ganze Zeit wollt ich, dass es endlich schneller geht, es passiert nicht wirklich viel, es ist manchmal einfach zu monoton. Das zweite große Problem, dass ich mit If I Stay hatte war Mia. Sie war einfach eine zu glatte Person. Zu perfekt, ohne Ecken und Kanten. Ich konnte mich mit ihr nicht identifizieren, und so kam auch weniger Emotion auf, als bei so einer Thematik eigentlich möglich ist. Mia konnte mich einfach nicht bewegen. Ich mochte alle anderen Charaktere, Adam, ihr liebevoller Freund und auch ihre beste Freundin, mit denen man den Schmerz der beiden regelrecht mitfühlen kann. Auch die Eltern fand ich als Charaktere sehr interessant, von ihnen hätte ich gern mehr gelesen. Mia fehlt meiner Meinung nach einfach Tiefgang. Sie ist das nette Mädchen von Nebenan, das immer alles richtig macht. Das schwächt die Story etwas, denn somit verliert die ganze Angelegenheit einfach an Gefühl. Natürlich ist das Buch dennoch traurig, doch das Ende war vorherzusehen. Trotzdem ist If I Stay ein berührendes Buch, das man schnell mal zwischendurch lesen kann, da es wirklich sehr kurz ist.

Das Buch wurde mit Cloe Grace Mortez als Mia verfilmt und kommt im September in unsere Kinos. Mortez scheint im Trailer wohl nur einen Gesichtsausdruck zu haben, eine Art geschockter und ungläubiger Blick. Witzig ist auch, dass ihre Haare die ganze Zeit aussehen, als käme sie gerade vom Set einer Shampoowerbung. Nach einem schweren Autounfall, hat wohl keiner perfekt gestylte Locken. Davon abgesehen bin ich mal gespannt, wie diese Buchverfilmung wird. Es scheint, als vergleicht man das Ganze als eine etwas weniger emotionale Variante von The Fault in our Stars. Es gibt vielleicht ein paar wenige Parallelen, viel gemeinsam haben die zwei Bücher jedoch nicht.

 

Der Trailer zum Film:

 

!!!SPOILER!!!

Es gibt auch einen zweiten Teil, Where She went, dazu werde ich hier aber nichts sagen, da ich sonst das erste Buch komplett spoilern müsste. Nur so viel: Das zweite Buch hat mir nicht wirklich gefallen. Es war langatmig und wirkte stark konstruiert.

 

 

Readable ♥♥♥

Loveable ♥♥